Unsere Vereinschronik

1899 gründete Rittmeister Max v. Stephanitz den Verein für deutsche Schäferhunde, mit Sitz in Augsburg. Er forderte einen Gebrauchshund, dessen Eigenschaften sein sollten: hart und wetterfest, unbestechlich und wesensfest, temperamentvoll und ausdauernd. Organisation SV
Das sich in den folgenden Jahren so viele für diese Idee begeisterten, davon wagte er nicht einmal zu träumen. Heute ist der Verein für Deutsche Schäferhunde (SV) e. V. der größte Rassehundezuchtverei n der Welt, über ca. 70000 Mitglieder sind in ca. 2000 Ortsgruppen organisiert.
Auch in Cham folgten schon relativ früh Freunde des Deutschen Schäferhundes der Idee des Rittmeisters. 1947 wurde die Ortsgruppe (OG) Cham gegründet und mit Eifer arbeitete man wöchentlich mit den treuen Vierbeinern. Der Übungsplatz „auf der Bleiche“ war der Treffpunkt der Hundeführer. Welchen Idealismus dies damals erforderte, können wir uns heute kaum noch vorstellen.
Denken wir nur daran, daß zu dieser Zeit fast alle zu Fuß zum Übungsbetrieb kamen. Leider hielten sich diese „Pioniere“ nur bis 1954. Dann wurde die Ortsgruppe wegen mangelnder Beteiligung aufgelöst.
Einige begeisterte Anhänger des Hundesports nahmen aber jetzt auch noch Umstände in Kauf und schlossen sich den Ortsgruppen Straubing und Schwandorf an, wo sie sich ihrem Hobby widmen konnten. 1961 erinnerten sich die Schäferhundler wieder der früheren Ortsgruppe Cham und ein Häufchen von Idealisten beschloß erneut eine Ortsgruppe zu gründen.
Am 2. Dezember fand im Gasthaus „Schauerkeller“ unter der Patenschaft der OG Schwandorf die Gründungsversammlung statt. Die zwölf anwesenden Gründungsmitglieder wählten Max Hirmer zu ihrem Vorsitzenden, Übungswart wurde Bernhard Dürichen, das Amt des Zuchtwartes versah der Schwandorfer Karl Rang und Schutzdiensthelfer wurde ebenfalls ein Schwandorfer - Peter Diermeier. 1962 wurde die OG Cham vom Hauptverein mit Urkunde anerkannt.
In der Folgezeit entwickelte sich ein recht bewegtes Leben in der bis heute erfolgreichen Ortsgruppe Cham.
Auf dem gepachtetem Übungsplatz „an den Michelsdorfer Wiesen“ führte die neue OG 1962 bereits 2 Prüfungen durch. 1963 nimmt Herr Hirmer mit seinem Donar in Katzdorf an der Oberpfalz-Meisterschaft teil und belegte den 1. Platz in SchH III.
Die erfolgreiche Vorstandschaft verschaffte der OG Cham weit über die Grenzen des Landkreises hinaus Anerkennung. Ihre rege Mitarbeit in der Arge Oberpfalz und der bekannte Idealismus wird 1964 durch die Austragung der Oberpfalz- Meisterschaft in Cham belohnt. 1965 zählt die OG Cham bereits 93 Mitglieder, zwei bis drei Prüfungen im Jahr sind längst eine Selbstverständlichkeit.
Ab 1967 leitet Bernhard Dürichen die Geschicke des Vereins. 1971 erfolgt dann die Wahl von Joachim Nowack zum Vorsitzenden der OG Cham. Übungswart wird Georg Wanninger, Zuchtwart Annemarie Neumann.
Unter Führung dieser Mannschaft erlebt die OG Cham einen nie gekannten Aufschwung. Eine Jugendgruppe wird ins Leben gerufen, man ersetzt den Geräteschuppen des Übungsplatzes durch ein Vereinsheim und baut 20 Hundeboxen zur Unterbringung der zahlreichen Hunde. Mit den Hunden wurde Samstag Nachmittag u. Sonntag Vormittag gearbeitet, Sommer wie Winter.
Auch das gesellige Leben erfährt mehr Beachtung: Weihnachtsfeier, Fasching, das „Ostereiersuchen“ und das Sommernachtsfest.
Das Ostereiersuchen wurde für das Waisenhaus in Cham durchgeführt und ist noch heute fester Bestandteil des Vereinslebens.
1977 übernimmt dann Georg Renner das Amt des Vorsitzenden. In diesem Jahr trifft den Verein ein schwerer Schlag. Übungswart Georg Wanninger stirbt an den Folgen eines Verkehrsunfalls, den er bei der Rückfahrt von einer Schau erleidet.
Ein 1978 durchgeführtes Jugendzeltlager unter der Leitung von Jugendwart Andreas Boenke zweiten Übungswart D. Schmidt und Kurt Atzinger wird ein großer Erfolg. Die Geburtsstunde des LG Jugendzeltlager der LG 14 in Cham.
1979 erfolgt dann wieder eine entscheidende Umbesetzung. Karl Gruber wird zum Vorsitzenden der OG Cham gewählt. In Zusammenarbeit mit dem Übungswart Detlef Schmidt und Zuchtwart Josef Meier führte er den großen Stamm qualifizierter Hundeführer und Züchter.
Mitglieder der Chamer Ortsgruppe sind auf vielen Plätzen in ganz Bayern und darüber hinaus gern gesehene Gäste und faire Teilnehmer an sportlichen Wettstreiten mit dem Hund. Mit der Ortsgruppe Villgraten in Osttirol wird eine Patenschaft eingegangen. Hundesport grenzüberschreitend.
1980 wird auf Initiative der OG Cham die Arbeitsgemeinschaft Großlandkreis Cham ins Leben gerufen. Die 1. Landkreismeisterschaft fand am 11./12.06. in Cham statt.
Den wohl größten Schlag, das beinahe Aus der OG Cham erfuhr sie am 05.07.1983. Durch Brandstiftung wurde das in Eigenregie 1972 und 1973 aufgebaute Vereinsheim trotz des schnellsten Einsatzes der Feuerwehr Cham komplett vernichtet, es war alles verloren, auch lief der Pachtvertrag aus. Dem Zusammenrücken der damaligen Mitglieder, dem unermüdlichen Fleiß des 1. Vorsitzenden Karl Gruber in Zusammenarbeit mit seiner Mannschaft und mit großer Unterstützung von Klaus Hofbauer ist es dem Verein gelungen die Anlage am Sandhölzl einzurichten und neu aufzubauen.
Brandstiftung
In den Jahren 1994 und 1995 führt Klaus Strasser seinen Hund zur Landesgruppen- Ausscheidung.
1998 war die OG mit der Abspaltung einiger Mitglieder, die einen neuen Verein gründeten, konfrontiert.
Seit September 1999 wurde die OG Cham von Detlef Schmidt als 1. Vorsitzendem geführt, der genau 10 Jahre später von jetzigen Vorsitzendem Armin Mies abgelöst wurde.

Chronist Zwick-Nagel
11.01.2015 Jahreshauptversammlung mit Ergänzungswahlen - Die OG Cham hat einen neuen 1. Vorsitzenden